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Herkunftsnachweis prüfen Suche

Der Herkunftsnachweis »Holz von Hier«

 

1) Warum braucht es einen Herkunftsnachweis bzw. ein Controllingsystem für Holz der kurzen Wege?
 

  • „Klimaschutz“ ist heute in aller Munde und wird vor dem Hintergrund des wachsenden Bewusstseins der Bedrohungen und Auswirkungen des Klimawandels gerne auch als Werbeargument ins Feld geführt.
  • Allerdings braucht es dabei mehr als einen Slogan, eine Selbstaussage oder ein Imagelabel. Ein Herkunftsnachweis, der das Vertrauen der Verbraucher verdienen will, muss über reine Selbstauskünfte in der Verarbeitungskette oder einer regionalen Gruppe hinausgehen und einer externen Überprüfung standhalten. 

 

2) Was bedeutet Holz von Hier?

  • "Holz von Hier" ist ein Herkunftsnachweis, der bezogen auf das Produkt nachvollziehbar die Stoffströme entlang der gesamten Verarbeitungskette bis zum Produkt erfasst und dokumentiert.
     
  • "Holz von Hier" hat unabhängig von einer bestimmten geografischen Region Gültigkeit. Erfasst wird die Transportentfernung in der Produktionskette an sich und nicht die Zugehörigkeit zu einer regionalen Gruppierung oder Verwaltungseinheit. 
     
  • "Holz von Hier" ist ein Herkunftsnachweis für das Produkt und nicht den Betrieb. Das heißt, ein Betrieb der ein bestimmtes Produkt unter „Holz von Hier“ vermarktet, kann andere Produkte in seinem Sortiment führen die kein „Holz von Hier“ enthalten. Diese können allerdings nicht unter "Holz von Hier" vermarktet werden.
     
  • "Holz von Hier" ist offen für alle interessierten Betriebe, die die Kriterien für die Stoffströme in der Verarbeitungskette erfüllen und somit Pluspunkte für den Klimaschutz und die Biodiversität einhalten.
     
  • "Holz von Hier" beinhaltet keine Kriterien für die Art der Waldbewirtschaftung. Hierfür existieren Zertifizierungssysteme, welche die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Waldbewirtschaftung dokumentieren. Die bekanntesten sind PEFC (Programme for the Endrosement of Forest Certification schemes) und FSC (Forest Stewardship Council). Diese internationalen Siegel zertifizieren die Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung des Waldes, nicht die Transportentfernungen entlang der Verarbeitungskette. Sie zertifizieren den Betrieb und nicht das Produkt. Etwa 80% der Waldflächen in Deutschland sind zertifiziert (PEFC oder FSC). Das garantiert, dass Holz deutscher Herkunft zu 80% aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt, anders als bei Importen. Die Herkunft des Holzes aus Deutschland bietet dem Verbraucher also auch in dieser Hinsicht Sicherheit in Punkto Umweltverträglichkeit. 

3) Die Entwicklung der Vermarktungsstrategie und des Herkunftsnachweises "Holz von Hier" wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in einem Projekt gefördert.

4) Das Projekt wurde und wird von, für die Branche relevanten und wichtigen Projektpartnern sowie einem wissenschaftlichen Beirat begleitet (s.u.).

5) Die Entwicklung erfolgte praxisnah mit einen Arbeitskreis aus Branchenvertretern. 
 

6) Anforderungen an den Herkunftsnachweis.


Die Anforderungen an den Herkunftsnachweis für Holz der Kurzen Wege bei der Enwicklung von Seiten der DBU, der Partner und der Wirtschaft waren:

  • Bundesweite Anwendbarkeit.
  • Grundsätzlich regionsunabhängige und regionsneutrale Gültigkeit.
  • Vermeidung aufwendiger Betriebsprüfungen und Zertifizierungsprozesse.
  • Anwendbarkeit für eine möglichst breite Produktpalette in den Bereichen (a) Holzbau, (b) Innenausbau & Möbelbau, (c) Energieholz.
  • Erfassung eines nenneswerten Anteils im Stoffstrom, nicht nur Nischenprpodukte, um eine möglichst hohe Klimawirkung erzielen zu können. 
  • Kompatibilität zu Funktionsabläufen in der Stoffstromkette in der Praxis.


7) Wie wurde der Herkunftsnachweis entwickelt?

  • Die Entwicklung des Herkunftsnachweises und der Vermarktungstrategie Holz von Hier erfolgte durch das BNR (Dr. Bruckner & Dr. Strohmeier GbR).
     
  • Dank der Deutschen Bundesstiftung Umwelt konnten hierzu umfangreiche Daten zusammen getragen werden. Es wurden (1) Stoffstromanalysen, (2) Akteursanalysen und (3) Systemanalysen durchgeführt, (4) Daten und Informationen zu Klima und Artenvielfalt erhoben und ausgewertet sowie (5) Marktanalysen durchgeführt. Hierzu wurden wissenschaftliche Untersuchungen und Marktberichte ausgewertet, wissenschaftliche Experten, Behörden, Verbände und Branchenvertreter befragt. Von der TU München wurde eine Zielgruppenanalyse durchgeführt.
    In Auszügen werden diese Ergebnisse nach und nach auf die Holz von Hier Seite zum nachlesen gestellt werden. 
     
  • Die Ergebnisse der Recherchen und Erhebungen wurden in regelmäßigen Abständen oder problembezogen mit einem Arbeitskreis aus ausgewählten Branchenvertretern sowie den Projektpartnern wie dem Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen, dem Bayerischen Waldbesitzerverband und wissenschaftlichen Partnern (z. B: Prof. Schulze am Max-Plank-Institut Jena, Prof. Stübbe FH Coburg für Design und anderen) besprochen und diskutiert.
     
  • In enger Zusammenarbeit des BNR mit Computerspezialisten wurde ein „unbestechliches“ EDV-System entwickelt und programmiert das die Controlingfunkion über dei Stoffströme übernimmt.
     
  • Dem System liegen Dantenbanken und Berechnungsroutinen zugrunde, die auf den oben genannten Erhebungen und Praxiserfahrungen der Betriebe und Partner basieren. 
  • Das System wird nun 2009 in der Modellregion Nordbayern getestet.

  • In dieser Testphase wird das System Holz von Hier weiterhin mit ausgewählten Partnern abgestimmt, die auch bisher Projektpartner waren/sind, zudem sollen weier Partner tehmenbezogen angesprochen werden. Diese sind im folgenden genannt:

Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen - für die Holzwirtschaft.
Bayerischer Waldbesitzerverband - für den Privatwald.
Bayerischer Gemeindetag - für kommunale Belange und den Kommunalwald.

Ausgewählte Ämtern für Landwirtschaft und Forsten.
Forstwirtschaftliche Vereingungen (Oberfranken und Unterfranken, wenn möglich auch Mittelfranken, Oberpfalz) - als regionale Privatwaldvertretungen.

Forstschule Lohr - für Schulungen im Forst.

bfz - für Schulungen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft.
Kammern wie die Industrie und Handelskammer Oberfranken und der Handwerkskammer Oberfranken als erfahrene regionale Betriebsvertretungen.

Regionale Innungen.

Regierung von Oberfranken mit den Abteilungen Bau, Straßenbau, Wirtschaft, Regionalentwicklung und Umweltschutz - als erfahrener Partner im Bereich Verwaltungsangelegenheiten der oberen Behörden.

DBU - Deutschen Bundesstiftung Umwelt – für überregionale Umweltbelange.
Prof. Schulze am Max-Plank-Institut Jena (Deutscher Umweltpreisträger, im wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltfragen der Bundesregierung)  - für die Bereiche Klima und Artenvielfalt.

Prof. Stübbe (Innovationszentrum Lichtenfels, Coburger Design Forum) - für die Bereiche Design und Trends im Innenausbau.
Prof. Zscheile - FH Rosenhiem - für den Bereich Holztechnik.

Ing. Miebach - für Sonderbauten wie Holzbrücken.

Herr Wögerbaur - Holzabsatzfonds, Regionalfachberater Nordbayern

Herr von Huene - Holzabsatzfonds, Regionalmarketing Süd.
Dr. Aas , Botanischer Garten Bayreuth  - für den Bereich Bäume im Klimawandel
.

Regionaliniativen: Holzforum Regenburg (Herr Iberl) und Rhönholz (Herr Kruczeck). 

Ausgählte regionale Aktionsgruppen - Leader Gruppen.

Ausgwählte innovative regionale Kommunen.

Regenwald-Institut Freiburg - Tropenholzproblematik.

 

Ansprache geplant oder in Ansprache:

Cluster Forst und Holz Bayern - Koordination mit den Bayerischen Aktivitäten.

Spezialist an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtshcft  - für den Bereich Wald im Klimawandel.

Bayerischer Zimmererverband.

Schreinerfachverband Bayern.

Umweltgruppen. 

 

8) Worin besteht der Herkunftsnachweis?

Der Herkunftsnachweis zu Holz von Hier besteht aus:
  • einem elektronischen Controllingsystem auf Basis einer umfangreichen Datenbank mit internen hinterlegten Prüfungsroutinen.

  • aus einem Dokument bzw. einer Urkunde, welche die Echtheit der regionalen Bezüge von Holzprodukten für Kunden belegt (siehe hier ein Muster der Urkunde). Die Echtheit kann jeder Empfänger einer solchen Urkunde unter www.Holz-von-Hier.de durch Eingabe der ID-Nummer überprüfen.
9) Was überprüft das Controllingsystem bzw. dokumentiert der Herkunftsnachweis?

Das elektronische Controllingsystem überprüft:
  • mittels im System hinterlegter automatischer Algorithmen die Transportentfernung der bezogenen Holzrohstoffe bzw. –produkte zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette. Dabei ist je nach Sortiment eine maximal zulässige Transportentfernung vorgegeben, unter der ein Holzprodukt noch als regional betrachtet und somit unter Holz von Hier gehandelt und vermarktet werden darf. Eine Buchung wird nur dann zugelassen, wenn diese Entfernungsobergrenzen unterschritten werden. Bei dieser Prüfung erfolgt jedoch keine physische Trennung der Warenlager, da dies bei vielen Stationen der Wertschöpfungskette kaum möglich ist. Der Herkunftsnachweis hat eine vergleichbare Struktur wie z.B. das Angebot von grünem Strom. Lieferanten, die zusätzlich eine solche physische Trennung und einzelstammweise Herkunft durchführen, können dies im Herkunftsnachweis vermerken. Dies wird jedoch nicht unter Holz von Hier geprüft.

  • Weiterhin wird die Menge des jeweils unter Holz von Hier vermarktbaren Rohstoffs oder Produkts überprüft und dokumentiert. Jeder Teilnehmer darf nur soviel Holz(produkte) als Holz von Hier vermarkten, wie er auch unter Holz von Hier bezogen hat. Berücksichtigt wird dabei auch, dass bei einem Verarbeitungsschritt Materialverluste auftreten und so eine geringere Menge des fertigen Produkts unter Holz von Hier vermarktet werden kann, als an hierfür notwendigen Rohmaterialien bezogen wurde. 
10) Wie wird die Richtigkeit des Buchungsvorganges im online-System von Holz von Hier dokumentiert?
  • Die Echtheit des Buchungsvorganges wird wiederum durch die Urkunde nachweislich für den Verarbeiter oder den Endkunden dokumentiert.
  • Jeder Buchungsvorgang generiert, sofern er den hinterlegten Kriterien entspricht und vom System zugelassen wird, ein Dokument mit einer eindeutigen ID-Nummer, auf dem alle relevanten Transaktionsdaten enthalten sind.
  • Dieses Dokument kann ausgedruckt werden und gilt zwischen Firmen als Begleitdokument zur Rechnung oder zum Lieferschein und bei Endkunden als Urkunde.
  • So kann jeder Empfänger die Echtheit online über die Eingabe der ID-Nummer überprüfen. Bei Übereinstimmung der eingegeben Daten mit den im System hinterlegten Daten der Buchung wird das Dokument online angezeigt. Das ausgehändigte Dokument ist dann echt, wenn es vollständig mit dem online angezeigten übereinstimmt.
  • Das Dokument wird zudem auch im System hinterlegt. Die Prüfung ist daher auch der Zentrale von Holz von Hier als Systemadministration möglich und wird auch stichpunktartig oder auf Anfrage durchgeführt.
11) Was bedeutet es wenn ein Betrieb das Logo Holz von Hier verwendet?

Wenn ein Betrieb das Logo „Holz von Hier“ in seinem Firmenauftritt nutzt, so bedeutet das, dass er Mitglied im Qualitätsverbund Holz von Hier ist und sich sich den Zielen von Holz von Hier verpflichtet fühlt.
Wichtig ist jedoch dabei, dass nicht der Betrieb als ganzes zertifiziert wird, sondern nur das jeweilige Produkt, was mit Holz der kurzen Wege hergestellt wurde. Dies muss nicht alle vom Betrieb produzierten oder gehandelten Produkte umfassen.
Das Logo an sich ist daher für den Kunden noch kein Herkunftsnachweis. Dieser besteht nur in der Urkunde mit der eindeutigen ID-Nummer.
 
12) Wie ist bei Holz von Hier „Region“ definiert?

Das Ziel von „Holz von Hier“ ist es, im Sinne des Klimaschutzes und des Umweltschutzes nicht nur einige wenige sondern möglichst viele Arten von Holzprodukten aus Holz der kurzen Wege produzieren und anbieten zu können. Da die Dichte der entsprechenden Hersteller oder Lieferanten für die verschiedenen Produkte sehr unterschiedlich hoch ist, werden je nach Produkt unterschiedliche Maximalentfernungen noch als regional definiert. Die Spanne reicht von 50 km bei Brennholz bis zu 350 km bei speziellen Produkten wie z.B. Fensterkanteln oder Holzfenstern.

Allem liegt die Devise zugrunde: „So nah wie möglich, so weit wie erforderlich“, in manchen Fällen wäre sonst nur die Alternative, Importholz aus dem Ausland zu verwenden.


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