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Gefährdete Tropische Holzarten auf dem deutschen Markt

 

Auf dem deutschen Markt werden etwa 60-70 Tropenholzarten gehandelt. Etwa 30 Arten sind laut IUCN und CITES weltweit gefährdete Baumarten. Etwa 27 dieser Holzarten sind Hölzer aus Raubbau bzw. unsicheren Quellen. IUCN (=International Union for Conservation of nature) und CITES (=Convention on International Trade in Endangered Species/Stichwort Washingtoner Artenschutzübereinkommen).
 
Und das alles obwohl wir über 60 wunderschöne heimische Holzarten haben, die kaum mehr einer kennt. Über technische Innovationen wie das "Räuchern" können heimische Hölzer dauerhaft nachgedunkelt werden. So kann fast jeder beliebige dunkle Farbton erzeugt werden. Tropenholz ist auch im Außenbereich nicht nötig: viele unserer Hölzer sind auch im Außenbereich sehr gut haltbar, z. B. Eiche, Robinie, Lärche u.a.. Auch Tropenholz hält unbehandelt ja nicht unbegrenzt. Innovative Verfahren machen unsere Hölzer mit ihren sehr guten technischen Eigenschaften noch besser, z. B. Thermosierung, Belmadur und andere Verfahren.
 
Eine Zusammenstellung finden Sie auf dem Pocket-Flyer "Gefährdete tropische Holzarten auf dem deutschen Markt". Technische Informationen zu den Holzarten finden Sie auf dem Flyer: "Technische Daten heimischer Hölzer im Vergleich zu Importhölzern".
 
Beide Flyer sind in größeren Stückzahlen für Holz von Hier Partner und Unterstützer zu beziehen unter Holz von Hier.
 

Tropenholz aus Primärwäldern, insbesondere bei international gefährdeten Baumarten ist oft die schlechtere Variante, selbst mit Ökosiegeln. Warum? Hier einge Gedankenanregungen.

Die unbeschränkte Abholzung von Primärwäldern für die Agrarsysteme und Plantagen wie Ölplantagen und Nutzung von Holz für den Import sind immer noch eine der Hauptursachen für das Verschwinden von tropischen Primärwäldern.

Aber selbst der so genannte selektive Holzeinschlag in tropischen Wäldern, der auch von vielen Ökolabeln favorisiert wird, hat für die Primärwälder und die Biodiversität negative Folgen. Auch wenn „nur" einzelne Bäume gefällt werden und der Rest - in einem meist stark beschädigten Zustand - stehen bleibt, verursacht der selektive Holzeinschlag eine starke Verarmung an Biodiversität (Farwig, et al., 2007; Lacerda et al., 2006; WGBU, 2008 und andere). Der reduzierte Kronenschluss führt generell zu einer Schwächung des Ökosystems, durch verstärkten Wasserstress, erhöhte Waldbrandgefahr, verstärkte Erosion usw. (Cochrane, 2004; Asner et al, 2006). Hinzu kommt das knapp ein Drittel der Primärwaldfläche mit selektivem Holzeinschlag durchschnittlich nach vier Jahren doch dem Kahlschlag zum Opfer fielen (Asner et al., 2006). Zu bedenken ist auch, dass in der Regel ja gezielt ganz bestimmte Baumarten geschlagen werden, die in einem Gebiet dann vollständig fehlen und den von ihnen abhängigen Arten kein Lebensraum mehr zur Verfügung steht.

Obwohl im Bereich nachhaltiger Forstwirtschaft in den Tropen diverse Zertifizierungssysteme existieren, folgert der WGBU (Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltfragen der Bundesregierung) in seinem Jahresgutachten 2008 (Zitat): „Grundsätzlich scheint also eine nachhaltige Nutzung tropischer Primärwälder nach heutigem Erkenntnisstand fast nicht möglich zu sein, da das Ökosystem einerseits sehr empfindlich auf Störungen reagiert und anderseits aufgrund sozioökonomischer Determination bereits flächenmäßig kleine Engriffe (z.B. Straßenbau) innerhalb weniger Jahre zur Entwaldung führen“.
Nach Aussagen vieler Umweltorganisationen wie z.B. Regenwaldinstitut Freiburg e.V., Rettet den Regenwald e.V. oder UNEP, ist gerade Holz aus dem asiatischen Raum äußerst bedenklich. Einerseits, weil in einem hohen Maße Holz auch aus anderen Ländern fälschlicherweise als zertifiziert gekennzeichnet wird und andererseits, weil gerade in Ostasien der Wald in rasantem Maße verschwindet.

Allerdings steht
der Tropenwaldschutz in der Bredoullie, dass als konkurrierender Nachfrager zu Holzeinschlagskonzessionen in tropischen Ländern mit Ökolabeln China einen enormen Druck auf Primärwälder der Welt ausübt. Für die Waldflächen in Tropenländern selbst ist eine Ökozertifizierung immer noch besser als die skrupellose Plünderung durch chinesische Konzerne, gleichwohl stellen Ökolabel kein Persilschein für ökologische Nachhaltigkeit dar. Ein unreflektierter und bedenkenloser Bezug von gelabeltem Tropenholz ist insbesondere vor dem Hintergrund des Missbrauchs  und der Probleme für die Biodiversität auch nicht die schlussendliche Lösung der Bedrohung tropischer Primärwälder.

Am nachhaltigsten wäre es für die tropischen Länder und den tropischen Wald, die Wertschöpfung aus der Nichtnutzung des Holzes aus Primärwäldern zu ziehen, z.B. über CO2-Zertifikate und eine Finanzierung durch die Weltgemeinschaft, wie sie z.B. auch der Global Marschall Plan vorsieht. Denkbar wäre auch der Kauf von Primärwaldflächen zum Zweck des Naturschutzes, damit sie dem Nutzungsdruck durch China und andere entzogen werden.

Auch hier wird sich Holz von Hier ab 2010 mit Partnern verstärkt einsetzen, lesen sie mehr hierzu im Verlauf des ersten Halbjahres 2010.




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 Technische Daten-vorne.pdf