... haben eine wichtige Vorbildfunktion für das Bauen mit Holz der kurzen Wege.
Es ist jedoch nicht immer einfach zu erreichen, dass im öffentlichen Bau Holz der kurzen Wege aus heimischen Wäldern Verwendung findet. Daher ist es für alle Akteure hilfreich, auf Erfahrungen anderer mit dem Thema zurückgreifen und sich hier Anregungen holen zu können. Wir möchten hier künftig Erfahrungsberichte zu folgenden Themen vorstellen:
Beispiele für erfolgreich umgesetzte Bauvorhaben mit Holz der kurzen Wege
Erfahrungen mit öffentlichen Ausschreibungen
Alle Akteure der Forst- und Holzwirtschaft sind herzlich eingeladen, uns ihre Erfahrungen zuzusenden, wenn sie den Einsatz von Holz der kurzen Wege im öffentlichen Bau fördern wollen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder senden Sie uns bitte Ihre Erfahrungen an: info@Holz-von-Hier.de
Was die "VOB" bereits heute erlaubt
Trotz der Einschränkungen die die VOB der Herkunft der Materialien zu setzen scheint, sind verschiedene Formulierungen bereits heute erlaubt. Hier einige Beispiele (demnächst mehr in einem Infoblatt für Kommunen):
"Es soll kein Tropenholz verwendet werden".
"Es soll kein Material aus Kinderarbeit verwendet werden".
"Es soll kein Material aus umweltzerstörenden Produktionsprozessen verwendet werden".
Diese Formulierungen wären bereits heute in Ausschreibugnen für öffentliche Bauten erlaubt. Zudem sind in der Ausschreibung immer Zusatzpositionen oder in vielen Fällen auch beschränkte Ausschreibungen oder das Ausschreiben der einzelnen Gewerke erlaubt.
Wenn bei der Beschaffung der Baumaterialien auf CO2-Einsparung gesetzt würde, hätte Holz der kurzen Wege eine gute und realistische Chance.
Noch einige kurze Infos zum Thema
... später mehr.
Wenn ein Bau in einer Kommune in Holzbauweise ausgeführt wird, bedeutet das noch nicht automatisch, dass das Holz auch aus der Region oder aus deutschen Wäldern kommt oder dass mit heimischen Betrieben gebaut wird. Oft hat das Holz lange Transportwege hinter sich oder kommt sogar aus unsicheren Quellen außerhalb Europas.
Viele Kommunen und Bürgermeister wollen aber ihre Region und ihre Betriebe vor Ort unterstützen, da diese ja auch vor Ort Steuern zahlen und Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen
Global denken - regional handeln!
"Wenn uns die Wirtschaftskrise eines gelehrt hat, dann doch, dass wir uns in den Regionen selber helfen müssen" - sagen viele, mit denen Holz von Hier gesprochen hat.
Unsere kommunalen Entscheidungsträger tragen eine große Verantwortung für die Region.
Der Wille ist da, die Frage ist, wie kann Holz der kurzen Wege zum Einsatz kommen?
Will eine Kommune nämlich für ihr Bauvorhaben öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen, kommt die VOB - Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - zum Einsatz. Die Vorgaben bzw. Auslegungen der VOB sind bereits in vielen Fällen dem Holz der kurzen Wege zum Fallstrick geworden.
Drei wichtige Ursachen, die sich in Interviews mit Experten für Vergaberecht ergeben haben, sind:
(1) Gewisse "Eigenarten" des Vergaberechts.
(a) Es wurde erläutert, dass das Vergabewesen zunehmend durch "externe" Juristen beeinflusst wird. Dies führt nach Meinung der Kommunen zu immer größerer Kompliziertheit statt Praxisnähe und geht meist zu Lasten kleiner und mittlerer Unternehmen („KMU“) ebenso wie kleiner Kommunen, die das nötige know-how für das öffentliche Beschaffungswesen nicht mehr vorhalten können. So ist z.B. laut Rechtsprechung des BGH ein Angebot bei dem geringsten Formfehler bereits auszuschließen, egal wie gut, umfangreich und qualitativ hochwertig das Angebot ansonsten ist und welche Folgen diese eine fehlende Angabe für die Brauchbarkeit des Angebots tatsächlich hat. Das Ausscheiden ansonsten brauchbarer Angebote hat letztlich den Steuerzahler bundesweit vermutlich schon sehr viel Geld gekostet.
(b) Je großräumiger der Wettbewerb ausgelegt ist, desto weiter werden in der Tendenz die Güter transportiert. Dies war bei der Entstehung des EU-Vergaberechts ausdrücklich gewollt. Klimarelevanz und Umweltaspekte waren hier noch nicht berücksichtigt. Dies steht heute jedoch eigentlich im Gegensatz zu anderen europäischen Zielsetzungen und auch Verpflichtungen, beispielsweise in der Klimapolitik.
(2) Haftungsrisiken.
Haftungsrisiken können große GÜ (Generalübernehmer bei Bau) mit ihrer guten finanziellen und versicherungstechnischen Absicherung besser abpuffern als beipielsweise einzelne kleine und mittelständiche Betriebe.
(3) Willen und Erfahrungen der Architekten mit Holzbau.
In der Architektenausbildung ist Holzbau immer noch ein eher untergeordnetes Thema. Erst in den letzten Jahren hat der Holzbau in der Ausbildung, duch die Lobbyarbeit der Forst- und Holzwirtschftlichen Entscheidungsträger, allen voran die Verbände, aber auch die Landesbeiräte Forst und Holz, Politiker und andere Entscheidungsträger, an Bedeutung gewonnen.
Doch selbst bei holzaffinen Architekten, die Erfahrung bei der Planung und Ausschreibung von Holzbauten haben, bestimmt vielfach bereits die Art der Konstruktion darüber, ob später Holz der kurzen Wege überhaupt Verwendung finden kann.