Bioenergie
Holz von Hier entwickelt zusammen mit dem Verband deutscher Biomasseheizwerke derzeit ein
„Praxisgestütztes Starthilfepaket für kleine Biomasseheizwerke“
Materialien zur Unterstützung der verstärkten Umsetzung von kleinen und mittleren Biomasseheizanlagen in Kommunen und bei sonstigen öffentlichen Bauherren.
Dieses Vorhaben soll die Realisierung von kleinen Biomasseheizanlagen unter 1 MW in Kommunen und bei sonstigen Trägern erleichtern. Anders als bei größeren Anlagen > 1 MW stehen der Umsetzung noch zahlreiche Hemmnisse entgegen und Kommunen sind, selbst wenn sie der Biomassenutzung positiv gegenüberstehen, mit der Realisierung überfordert, so dass in vielen Fällen aufgrund etablierter Planungs- und Entscheidungsprozesse fossilen Brennstoffen oder BHKW mit Palmöl aus Plantagen, für die zuvor Primärwälder gerodet wurden, der Vorzug gegeben wird.
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Der Energieholzmarkt ist ein wichtiger regionaler Markt im Bereich Forst- und Holzwirtschaft. Von einem verbreiteten Ausbau von Biomasseheizwerken kann allerdings immer noch keine Rede sein. Gerade im Privat- und Kommunalwald liegen noch wichtige Rohstoffpotenziale. Aber beispielsweise Konkurrenzen von stofflicher und energetischer Nutzung, Exporte, regionale Gegebenheiten bei der Rundholzmobilisierung und anderes führen regional zu einer sehr unterschiedlichen Rohstoffsituation.
In Deutschland gibt es sehr viele Kommunen mit eigenem Waldbesitz (> 12.500), ein Großteil davon in Bayern (ca. 5.100; Bruckner & Strohmeier, 2004) und etwa 19% der Waldflächen in Deutschland sind Kommunal-, Körperschafts- und Kirchenwald. Größere Anlagen, die auch der Stromerzeugung dienen sollen und die auf die Einspeisevergütung ausgerichtet sind, scheitern heute oft an zwei Aspekten, dem Vorhandensein geeigneter Großabnehmer für die Wärme und dem benötigten Rohstoffbedarf vor Ort, denn gerade beim Energieholz verschlechtern lange Transporte nicht nur die Klima- und Energiebilanz sondern zunehmend auch die wirtschaftliche Rentabilität. Das größte Potenzial für Biomassenutzung liegt also vor allem bei Kommunen mit eigenem Wald und bei kleineren dezentralen Anlagen.
Eine verstärkte Umsetzung von Anlagen im Klein- und Mittellastbereich scheitert wiederum nach Ansicht der Praxis oft an einer mangelnden Strategie für einen Informationstransfer, der ganz früh im Entscheidungsprozeß einsetzt und an einem Fehlen eines strukturierten direkten Erfahrungsaustauschs zwischen existierenden und potenziellen Anlagenbetreibern, hinsichtlich technischer, rohstofflicher, logistischer und wirtschaftlicher Aspekte. Bei kommunalen Biomasseheizanlagen ist es wichtig so frühzeitig wie möglich im Entscheidungsprozess anzusetzen, also weit vor der Ausschreibung und Planung!
Das „Starthilfepaket“ soll sich dabei aus folgenden Modulen zusammensetzen:
- 1) Knappe Informationsunterlagen für die Gemeinderatssitzung (Einfacher Systemvergleich Holz, Gas, Öl nach Bezugskosten, Betriebskosten, Anlagenkosten / gute regionale Beispiele von Energie-Contracting / Ökologische Auswirkungen und Umweltenlastungen durch Biomasse / Bedeutung für die regionale Wirtschaftsförderung / Steckbriefe für den grundlegenden und innovativen Systemvergleich bei Biomasseverbrennungstechnologien mit Hinweisen für ihre auch gewerblichen Einsatzmöglichkeiten / Liste mit Anlagen- und Kesselherstellern (regionale und überregionale
- 2) Referenzliste für kleine/mittlere Anlagen mit Kontaktadressen und Ansprechpartnern in Form eines Selbsthilfenetzes
- 3) Checkliste und FAQ-Merkblätter für das Einholen und Vergleichen von Angeboten.
Das Vorhaben ist vor kurzem angelaufen und wird bis November 2010 abgeschlossen sein. Bereits während der Laufzeit findet zeitgleich mit der Ausarbeitung von Materialien, in enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, die praktische Umsetzung mit interessierten Kommunen statt.
Finanziert wird das Vorhaben von der deutschen Fachagentur nachwachsende Rohstoffe (FNR), die Co-Finanzierung kommt von der Oberfrankenstiftung, da Oberfranken die Modellregion für die Umsetzungsmaßnahmen im Projekt ist. Träger ist der Verband der Biomasseheizwerke Deutschland. Umgesetzt wird das Projekt vom BNR (Bruckner, Strohmeier & Partner) in Bayreuth, in enger Zusammenarbeit mit der Energieagentur Oberfranken in Kulmbach, dem Berufsfortbildungszentrum der gewerblichen Wirtschaft (bfz) in Hof sowie dem Netzwerk „Holz von Hier“.
Alle potenziellen Interessenten an einem solchen Starthilfepaket wie z.B. Kommunen, die sich mit dem Gedanken an Biomasseanlagen tragen, aber auch bestehende Betreiber kleiner Biomasseheizanlagen, die Interesse an einem Erfahrungsaustausch haben, werden gebeten, sich an die unten stehende Projektmanagementstelle zu wenden.
Ansprechpartner:
Dr. Bruckner & Dr. Strohmeier
BNR - Beratung für nachhaltiges Ressourcenmanagement
Friedrich v. Schiller Str. 3b
95444 Bayreuth
Tel.: 0921 – 560 66 42
Fax: 0921 – 560 66 43
Mail: strohmeier-bruckner@t-online.de
Demnächst finden sie hier erste Zwischenergebnisse und Informationen.






